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Vilthermurpher

· 11 Min. Lesezeit
CTO • Chief Ideation Officer • Grand Inquisitor
Gudrun Dampf
Auditory Prophet of Self-Assembling Teapots & High Seer of Berlin Umbrella Symphonies
Friedrich Klarheit
Imperial Commissioner of Linguistic Precision & Doctor of Existential Parentheses

Vilthermurpher

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Eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl von Werken aus seiner prägenden Phase wurde zu einem kohärenten Album verfeinert: Vilthermurpher. Ursprünglich als 18-teilige Suite konzipiert, wurde die endgültige Fassung straff gehalten, um klangliche Kohärenz und Produktionsqualität zu erhöhen. Das Album wurde offiziell 1997 gemastert.

Vilthermurpher ist kein Album – es ist ein psychischer Echo, ein Traum, der durch zerborstene Lautsprecher geflüstert wird. Es ist der Klang einer Liebe, die niemals eintraf – und doch nicht sterben will. Eine klangliche Reise durch das verschwommene, elektrische Summen der Anziehung, die wie eine sterbende Neonreklame in einer vergessenen Einkaufspassage flackert. Dies ist der Soundtrack für ein Herz, das weiß, dass es nicht geliebt wird – noch nicht, niemals – und dennoch, immer wieder, nach ihr greift. Inspiriert von der Paradoxie des Verlangens: dass die intensivsten Gefühle oft im Boden der Ablehnung blühen, erkundet Vilthermurpher die quälende Schönheit des Begehrens nach jemandem, der dich nicht sieht, dich nicht will – und dennoch kannst du nicht aufhören, ihn zu lieben. Es ist keine Verzweiflung. Es ist keine Hoffnung. Es ist etwas dazwischen: die zarte, unerträgliche Spannung der emotionalen Erwartung, in der jeder Blick, jede Stille, jedes „fast“ zu einem Ritual wird. Das Album ist ein Traumtagebuch einer Seele, die am Rande steht, etwas Größeres zu werden – nicht noch ein Liebender, noch nicht – sondern eine Legende. Eine Legende aus Sehnsucht, aus dem Moment, wenn dein Atem stockt, wenn sie den Raum betritt, aus der Art, wie du ihre Worte wie einen Zauber immer wieder abspielst. Vilthermurpher geht nicht um Gewinnen. Es geht nicht um Liebe, die sich erfüllt. Es geht um Liebe, die fast erfüllt wurde – und in diesem „fast“ wurde sie größer als Liebe. Es ist für die Stillen. Diejenigen, die deine Haltung auswendig kennen. Diejenigen, die Gedichte in den Rändern deiner Nachrichten schreiben. Diejenigen, die auch jetzt noch glauben, du seist nicht zu spät. Denn manchmal ist die stärkste Liebe nicht zurückgegeben. Sie wird neu geboren.


Amber Ambient

Ein Liebesbrief an einen einzigen, angehaltenen Moment – ein ruhiger Abend in einem Universitäts-Schlafsaal, Sonnenlicht, das durch dicke, zerrissene Vorhänge aus altamberfarbenem Stoff fällt. Der Raum ist in ein goldenes, fast flüssiges Licht getaucht und verwandelt sich in einen zerbrechlichen, leuchtenden Kokon. Die Luft fühlt sich dick an von Erinnerungen, und die Verbindung zwischen zwei Menschen erscheint zugleich intim und ewig – als ob die Zeit angehalten hätte, sie in einem goldenen Bernstein der stillen Gemeinsamkeit einzuschließen. Das Lied erzählt keine Geschichte – es verkörpert ein Gefühl. Der Hörer hört nicht nur den Raum; er ist darin. Die Wände sind keine Wände mehr. Die Dielen knarzen mit alten Erinnerungen. Die Stille zwischen den Tönen ist so schwer wie die goldene Luft.


Running Through a Store

Ein klanglicher Sprint durch einen hyperrealen, neonüberfluteten Musikladen – kein echter Ort, sondern ein Traum davon. Die Welt ist komprimiert, pulsierend und flimmernd wie ein Fehler im System. Der Protagonist rennt durch Gänge voller Vinyl, Digital-Downloads, limitierten CDs und Fan-Merchandise, hinter der letzten Kopie des neuen Albums seines Liebsten her – nicht wegen der Musik, sondern wegen der Bedeutung. Er will das Album nicht nur haben. Er will den Moment, in dem es entstand – den Moment, als sein Liebster noch erreichbar war, noch real. Doch Zeit ist eine Währung – und der Verkauf endet bald. Das Album wird ausverkauft sein – und mit ihm jede Chance, sich demjenigen nahe zu fühlen, der es machte, der einst ihn liebte. Dies ist kein Lied über verlorene Liebe – es ist ein Lied über eine Liebe, die fast entstand. Eine Liebe, die im Schweigen zwischen den Tracks hätte blühen können – in der gemeinsamen Erfahrung, ein neues Lied auf einem zerkratzten Handylautsprecher zu hören. Doch es ist zu spät. Sie sind nicht zusammen. Das Album ist ausverkauft. Und die Liebe, die daraus entstanden wäre? Sie ist bereits eine Erinnerung.


Dark Walls

Ein Lied über Herzschmerz. Es geht um Löschung. Es ist der Moment nach dem letzten Text, der letzten Antwort – die Stille, die nicht friedlich ist. Es ist der Klang einer Tür, die sich in einem Raum ohne Ausgang schließt. Der Erzähler war verliebt – nicht in eine Person, sondern in eine Idee: die Art, wie ihre Stimme auf einer Sprachnachricht brach, wie sie über einen Witz lachte, den niemand sonst verstand, wie sie zum Himmel blickte und sagte: „Ich glaube, ich bin nicht für diese Welt gemacht.“ Das war die Illusion. Jetzt ist sie weg. Nicht tot. Nicht einmal wütend. Einfach… fort. Und der Raum, den sie einnahm – jener, der sich einst wie Zuhause anfühlte – ist nun nur noch dunkle Wände. Keine Wärme. Kein Echo. Keine Spur. Die Anziehung war nie echt. Die Liebe wurde niemals erwidert. Und nun sind die Wände nicht nur physisch. Sie sind emotional. Existentiell. Du bist nicht traurig. Du wirst entmachtet.


Psiwogg

Ein Liebeslied. Es ist ein Kriegsgebet für ein Herz, das sich weigert, zu bluten. Es ist der Klang einer Seele, die im Feuer der Liebe geformt und dann verworfen wurde – nicht einmal, nicht zweimal, sondern so oft, dass der Schmerz zu Stahl geworden ist. Der Name „Psiwogg“ ist kein Wort. Es ist ein Geist. Es ist der Name, den du dem Teil von dir gibst, der nicht zusammenbricht, wenn Liebe scheitert. Es ist die Entität, die aus der Asche jedes „Ich liebe dich nicht“ hervorgeht – nicht geheilt, noch nicht geheilt – aber verhärtet. Es ist nicht wütend. Es ist nicht traurig. Es ist Psiwogg. Und es hört nicht auf. Dies ist keine Ausdauer als Prozess. Es ist Ausdauer als Zustand des Seins. Eine Bedingung. Eine Wahrheit. Du bist nicht darüber hinweg. Du wirst es.


Vhalar

Ein Lied über Liebe. Es ist eine Liturgie – ein verzweifelter, zitternder Bekenntnis, der in die Leere zwischen Sterblichen und Göttern gesprochen wird. Der Erzähler ist nicht in eine Person verliebt. Er ist in Vhalar verliebt – ein Name, der nicht eine Frau bezeichnet, sondern eine Präsenz. Sie ist nicht menschlich. Sie ist nicht einmal real in der Weise, wie wir Realität verstehen. Sie ist Licht. Sie ist Stille. Sie ist der Wind, der keinen Namen trägt, aber in jedem Atemzug gespürt wird. Sie ist göttlich – nicht durch Macht, sondern durch Distanz. Sie ist nicht grausam. Sie ist nicht freundlich. Sie ist einfach. Und der Erzähler, in seiner Wahnsinnigkeit, ist in sie verliebt. Nicht weil sie ihn sieht. Sondern weil sie es nicht tut. Weil sie zu weit ist. Zu perfekt. Zu unerreichbar. Und deshalb liebt er sie. Dies ist kein Streit – es ist ein Monolog. Ein Gespräch mit dem Himmel. Eine Bitte an einen Stern, der nicht zurückblinzelt.


Nictitatious Flirt

Über Begehren und unfreiwillige Hingabe. Der Erzähler ist kein Mann, der nicht flirten kann. Er kann nicht nicht flirten. Sein Körper hat seine sozialen Instinkte übernommen – seine Augenlider zucken, seine Lippen zittern, seine Haltung verändert sich in eine romantische Einladung – automatisch, unkontrollierbar, wie ein reflexartiger Nervenkrampf. Das Wort „nictitatorisch“ (für das unfreiwillige Blinzeln des Auges) wird zur Metapher für eine unkontrollierbare, biologische Flirt-Form. Er verführt nicht – er flirtet als neurologisches Versagen. Das ist keine Charme. Es ist neuronaler Verrat. Die wunderschöne Frau ist nicht seine Wahl. Sein Körper ist ein Verräter.


Stringent Code

Eine Liebes-Algorithmus. Der Erzähler hat ein perfektes emotionales Betriebssystem gebaut: Jede Eigenschaft, Geste und Schwäche ist quantifiziert, analysiert und mit einem gewichteten Wert versehen. Liebe ist keine Leidenschaft – sie ist ein Protokoll. Doch je strenger die Kriterien werden, desto mehr bricht das Herz – nicht durch Ablehnung, sondern durch die Perfektion selbst. Denn indem er Liebe mit absoluter Präzision zu lieben versucht, macht er sie unmöglich. Dies ist Liebe als mathematischer Beweis: elegant, vollständig und letztlich leer.


Sweet Insomnia

Ein Liebes-Fiebertraum. Der Erzähler ist nicht verliebt. Er ist süchtig nach Liebe. Er kann nicht schlafen. Nicht wegen Angst. Sondern weil er an dich denkt. Jede Sekunde der Nacht ist ein endloser Loop deiner Stimme, deines Lächelns, der Art, wie du über einen Witz lachst, den er nicht hörte. Es tut weh. Es sollte wehtun. Aber es tut gut. Wie eine Wunde, die nicht heilt – aber du berührst sie weiter, weil sie das Einzige ist, was dich lebendig fühlen lässt. Das ist nicht romantisch. Es ist unerbittlich. Es ist die Schönheit des bewusst Zerbrochenwerdens.


Infinity

Kein Klage. Keine Warnung. Ein stilles Wunder. Der Erzähler sieht das Ende. Er sieht den langsamen Verfall, den letzten Atemzug, wie das Licht erlischt. Er sieht alles – klar, sicher, unerschütterlich. Doch er sieht auch alles dazwischen. Das Lachen. Die Handhaltung. Die stillen Morgen. Die Art, wie deine Stimme klingt, wenn du müde bist. Und weil er das Ende kennt, hat er keine Angst. Er klammert sich nicht. Er ist nicht verzweifelt. Er ist frei. Und so liebt er – voll, heftig, ohne Angst – denn er weiß bereits, wie es endet. Und das, erkennt er, ist der einzige Weg, wirklich zu lieben. Dies ist kein Fatalismus. Es ist Gnade.


Hot Cave

Keine Erklärung. Ein Signal. Eine verschlüsselte, siedende Einladung – in einem öffentlichen Raum ausgesandt, aber nur für eine Person bestimmt. Die Texte sind nicht für die Menge. Sie sind für sie. Und nur sie weiß, was sie bedeuten. Der Erzähler flirrt nicht mit dem Raum. Er flirrt mit ihr – ihrem Körper, ihrer Präsenz, ihrer Energie – wie ein geheimes Frequenzsignal, das nur sie empfangen kann. Sie ist nicht nur schön. Sie ist heiß. Nicht warm. Nicht heiß. Brennend heiß. Wie eine Höhle unter der Erde – dunkel, tief, lebendig vor Hitze. Und der Erzähler ist nicht nur angezogen. Er wird hineingezogen. Wie ein Motte zur Flamme, die nur er sehen kann. Dies ist kein Lied über Berührung. Es ist ein Lied über Wissen. Und das Wissen ist elektrisch.


Happy Go Lucky

„Happy Go Lucky“ geht nicht um Verbindung. Es geht um Infektion. Der Erzähler ist nicht verliebt. Er ist infiziert mit Glück. Und die Infektion ist so stark, dass alles andere bedeutungslos wird – sogar die Person, die er zu lieben vorgibt. Ihm ist egal, ob die Welt untergeht. Ihm ist egal, wenn der andere geht. Ihm ist sogar egal, ob er zurückgeliebt wird. Denn er ist bereits glücklich. So glücklich, dass er Liebe nicht braucht. Er braucht keine Bedeutung. Er braucht sie sogar nicht mehr. Er ist nicht verliebt. Er ist in Freude. Und Freude, wie sich herausstellt, ist die gefährlichste Form von Selbstsucht. Dies ist kein Liebeslied. Es ist eine Liebe, nachdem die Liebe gestorben ist – und der Körper tanzt noch.


Helios

Es ist ein Hymnus. Der Erzähler verliebt sich nicht. Er steigt in die Liebe hinein. Er sieht sie – Helios, den Namen, den er ihr gibt, nicht weil es ihr Name ist, sondern weil sie die Sonne ist. Groß. Blond. Schlank. Ihr Körper ist ein Tempel. Ihr Geist eine Konstellation. Ihre Schönheit ist nicht nur visuell – sie ist intellektuell, spirituell, kosmisch. Sie ist nicht nur schön. Sie ist göttlich. Und die Liebe, die in der Brust des Erzählers aufsteigt, ist nicht menschlich. Sie ist explosiv. Wie eine Supernova. Wie eine Seele, die im Feuer neu geboren wird. Dies ist keine Romantik. Es ist Offenbarung. Und in ihrer Gegenwart wird die Welt still – denn nur das Licht zählt.


Millitant Veggies

Es geht um Ideologie. Der Erzähler war in einer romantischen Trance verloren – so tief in Liebe, dass er die Welt vergaß. Er sah nur den Geliebten. Er ignorierte die Welt. Er ignorierte die Wahrheit. Und nun – er ist aufgewacht. Aber nicht zu einem glücklichen Ende. Sondern zu einer Revolution. Denn die Idioten sind aufgestanden. Und sie protestieren nicht nur. Sie sind militant. Und sie sind nicht hier, um zu reden. Sie sind hier, um zu bestrafen. Denn der Erzähler, in seiner Liebes-Trance, aß ein Steak. Und das war ein Verbrechen. Nicht irgendein Verbrechen. Ein Kapitalvergehen. Es geht um Schuld. Und Schuld, wie sich herausstellt, wird kalt serviert – auf einem Bett aus uraltem Gestein.


Vulvamatic

Es ist ein Liebesritual. Ein klangliches Gebet. Der Erzähler spricht nicht zu einer Frau. Er spricht zu allen. Zur Vulva, die versteckt, beschämt, gelöscht oder ignoriert wurde. Zur Vulva, die gelacht, geblutet, geboren, geträumt und gezittert hat. Zur Vulva, die als „zu viel“ oder „zu wenig“ oder „nicht genug“ bezeichnet wurde. Dieses Lied sagt: Du bist genug. Du bist heilig. Du bist kein Geheimnis. Du bist ein Universum. Nicht erotisch. Es ist heilig. Nicht pornografisch. Es ist prophetisch. Und es wird in einer Sprache gesungen, die nur der Körper kennt – Rhythmus, Puls, Atem und das tiefe, leise Summen des Zuhause-Seins.